Für den Erhalt der Naturkundemuseums an der Museumskreuzung


Das 1927 gegründete Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau (MNVD) soll mit dem Museum für Stadtgeschichte zusammengeführt werden und nach den Vorstellungen aus dem OB-Büro nun seinen Platz an der Museumskreuzung räumen und in den Johannbau umziehen.

2027 wird das Museum 100 Jahre alt. Das Museum an seinem derzeitigen Standort und mit seiner umfassenden Sammlung botanischer Objekte und Exponate aus der Region wurde speziell für diese Ausstellungen konzipiert und verfolgt einen wissenschaftlichen Auftrag. Archäologische und naturwissenschaftliche Objekte und Sammlungen wurden z.T. von Bürgern und Bürgervereinen in städtische Obhut gegeben, bewahrt und im heutigen Museumsgebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einige Stiftungen und Schenkungen sind somit an Dessau gebunden und unterliegen unserer Obhutspflicht.

Leider wurde das MNVD über viele Jahre finanziell vernachlässigt, sein wissenschaftliches wie pädagogisches Fachpersonal gen Null dezimiert und es verlor durch diese Vernachlässigung immer stärker die Möglichkeiten, ein den hervorragenden vorhandenen Sammlungen entsprechendes Publikumsinteresse zu erzeugen. Die Besucherzahlen fielen im Einklang mit den Haushaltsmitteln, man hat sich tot gespart.

Eine Zusammenlegung beider Museen löst das Problem der geringen Auslastung nicht, wenn am Personal, der Ausstellungstechnik und der Betreuung gespart wird.

Seit 2015 sind beide Museen aus Spargründen an zwei Tagen pro Woche sowie während der Wintermonate für zwei komplette Monate geschlossen!

Das neue gemeinsame Museum in einem repräsentativen Museumsneubau am Standort Johannbau unterzubringen, fand bis heute keine Mehrheiten. Im Stadtrat beschlossen ist die Errichtung eines interdisziplinären Museums und explizit, dass der Standort noch offen ist und das Konzept auch auf zwei korrespondierende Standorte aufgeteilt werden kann. Die Idee, das MNVD aber mit in den bereits durch das Stadtgeschichtsmuseum belegten Johannbau selbst zu quetschen und beide Museen in diesem Gebäude nebeneinander betreiben zu wollen, kann nur ungläubiges Staunen erzeugen. Unsere Fraktion wird dem nicht zustimmen können.

Olivia Seipelt,
Bürgerliste Dessau-Roßlau